

KoVoN war als zentrales Verifikations Onlinetool für gesetzliche Anforderungen geplant.
Grundlage waren UN ECE Regelungen und die COP Prüfungen, die ein Fahrzeug bestehen muss, bevor es in den Markt darf. Jede Regularie bringt Anforderungen mit sich, die ein Fahrzeug, eine Baugruppe oder einzelne Teile erfüllen müssen.
In der Realität waren diese Informationen über mehrere Abteilungen, Fahrzeugprojekte und Dokumente verteilt.
Es gab keinen gemeinsamen Blick darauf:
Zuständigkeiten waren oft nur implizit bekannt und historisch gewachsen. Ein strukturierter Standardprozess für Bewertung und Dokumentation fehlte.
In den Gesprächen und Tests wurde deutlich:
Der erste MVP von KoVoN orientierte sich stark an der bestehenden Datenbank.
Er bildete die Daten zwar korrekt ab, löste aber den Kernschmerz nicht.
Die eigentliche Schwierigkeit lag in der Zuordnung von Regularien zu Projekten und Verantwortlichen, im Sichtbarmachen von Lücken und in einem einheitlichen Weg, wie man mit dem Tool arbeitet.
Gleichzeitig mussten wir im Konzernumfeld mit einem vorgegebenen Angular Framework, strengen Sicherheitsrichtlinien und internen Toolchains arbeiten.
Das schränkte gestalterische Freiheit ein und machte die Lösung bewusst funktional und pragmatisch.

Der erste große Schritt war, einen Standardprozess zu definieren, wie mit Regularien und Nachweisen gearbeitet werden soll und wie KoVoN diesen Ablauf unterstützt.
Gemeinsam mit dem Kunden haben wir festgehalten:
Dieser Standardprozess war die Basis für das Tool.
Ohne klaren Prozess hätte jede Abteilung KoVoN anders genutzt.
Im nächsten Schritt haben wir sehr detailliert mit den Beteiligten in den Fahrzeugprojekten gesprochen.
Dazu gehörten:
Für jedes Fahrzeugprojekt gibt es eigene Systemteams.
Wir waren im Grunde in allen relevanten Systemen unterwegs, um zu verstehen, wie dort heute gearbeitet wird und wie KoVoN in diese Welt passt.
Das war ein sehr mühsamer Prozess, aber notwendig, um reale Zuständigkeiten, Sonderfälle und Lücken aufzudecken.
Auf Basis des Standardprozesses und der ersten Modelle wurde ein MVP umgesetzt, der die Datenbankstruktur in einem Angular Webtool nachbildete.
Ich habe mehrere Nutzertests vorbereitet und moderiert, unter anderem bei Audi mit Endnutzern und Managern.
Das Feedback zeigte klar:
Die Daten sind vorhanden, aber viele Nutzer kommen im Alltag damit nicht schneller voran.
Insbesondere die Zuordnung von Regularien zu Projekten, Abteilungen und Verantwortlichen blieb aufwendig.
Daraufhin haben wir den Fokus geschärft:
Im weiteren Verlauf entstanden ein Rollenmodell und mehrere Sichten, die exakt auf die Aufgaben der Nutzer zugeschnitten sind.
Zum Beispiel:
Konzepte wurden als Prototypen und Klickdummys erstellt, mit Nutzern getestet und dann iterativ angepasst.
Parallel wurden Prozesse standardisiert, etwa wie Regularien gepflegt und bewertet werden sollen.
Über rund drei Jahre habe ich Product Management und Scrum Aufgaben übernommen.
Dazu gehörten:
Nach jedem Meilenstein gab es Retrospektiven, um den eigenen Prozess zu verbessern.
Wir haben gelernt, wie stark Budgetzyklen, Konzernrichtlinien und Sicherheitsvorgaben die Produktentwicklung beeinflussen und wie wichtig es ist, Risiken offen mit dem Kunden zu adressieren.

KoVoN hat gezeigt, dass ein zentrales Verifikations Onlinetool für gesetzliche Anforderungen fachlich sinnvoll und technisch umsetzbar ist.
Die Beta Version ermöglichte:
Damit wurden Lücken in Verantwortung und Dokumentation sichtbar.
Abteilungen konnten gezielt erkennen, wo Regularien noch nicht bewertet sind, wo Verantwortlichkeiten unklar sind und welche Nachweise fehlen.
Trotz der Beta Reife wurde KoVoN nicht konzernweit ausgerollt.
Budgetkürzungen, hohe Auslastung im Tagesgeschäft und begrenzte Bereitschaft für zusätzliche Schulungen führten dazu, dass das Schulungskonzept nur teilweise genutzt wurde.
Diese Risiken waren früh erkennbar und wurden offen mit dem Kunden besprochen.
Die Entscheidung, das Tool nicht breit einzuführen, lag letztlich beim Konzern.












